„Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu Sorgen.“, heißt es. Seit gestern kurz nach sechs Uhr Abends könnt ihr wohl ein Lied davon singen. Den genauen Hergang des vermeintlichen Scheiterns einer gar nicht mal so schlechten Idee, brauche ich nicht wiederzugeben. Das haben bereits viele Andere getan und euch dürfte es noch in lebhafter Erinnerung sein. Und ich will hier auch nicht meinen Finger in die offenen Wunden drücken, denn das habe ich gestern bereits zur Genüge getan. Vielmehr möchte ich euch ein paar Ratschläge auf den Weg geben, was sich an der zweiten, dritten oder vierten Ausgabe von „Quizduell“ im Vergleich zur Premiere ändern sollte.

Zunächst einmal das Offensichtliche:

  • Bereitet euch (besser) vor. In absteigender Reihenfolge: Die Server, das Studioequipment (falls doch noch einmal das Studiopublikum herhalten muss) und zu guter Letzt die klassischen Fragekärtchen für den Moderator müssen bereitstehen/funktionieren.
  • Die Wörter „hacken“, „Server“ und die Zahl 15.000 (in Worten: Fünfzehntausend) dürfen zu Beginn der zweiten Sendung jeweils noch einmal fallen. Je öfter man es hörte, desto unglaubwürdiger wurde es.
  • Es mag gut sein, dass ein Hacker/Scriptkiddie/Wasauchimmer seine Finger im Spiel hatte. Bei der gestrigen, verhältnismäßig großen, medialen Aufmerksamkeit könnte es euch heute noch einmal genauso ergehen. In diesem Fall: Gebt die Information bitte nicht an Herrn Pilawa weiter, da er sie vermutlich nochmal Gebetsmühlen-artig wiederholen wird.
  • Gleich der medialen Aufmerksamkeit, könnte auch die mögliche Mitspielerzahl (vll. nennt ihr sie ab einer bestimmten Anzahl auch „Hacker“ (Singular))  am heutigen Abend stark ansteigen. Da diese wohl von Anfang an unterschätzt wurde, nochmal im Bezug auf den ersten Punkt: Sorgt für eine stabile Serverlandschaft, welche solchen Massen gewachsen ist.

Davon abgesehen, hier noch einige Ratschläge, fernab des technischen Versagens:

  • Die gestellten Fragen dürfen nicht in Abhängigkeit zu dem Sender stehen auf dem sie gestellt werden. Beispiel: In der Kategorie „TV Serien“ wurden ausschließlich Fragen (4 an der Zahl) zu ARD/ÖR Produktionen gestellt.In der gleichnamigen Kategorie der App können solche Fragen zwar auch hin und wieder vorkommen, aber nicht ausschließlich. Bedenkt, dass euer durchschnittlicher Zuschauer bei diesem Format nicht zwangsweise der klassische ARD-Zuschauer ist.
  • Was uns auch zu dem Thema „werberelevante Zielgruppe“ bringt: Ich bin kein Experte, aber ich vermute einfach, dass die Zielgruppe der 14-49 Jährigen während der Quizduell Übertragung gestern dominierend war. Aus diesem Grund könnte man sich überlegen den Werbeblock dementsprechend zu gestalten und bspw. die zu bewerbenden Schlaftabletten in andere Blöcke verschieben.
  • Eventuell sollte man auch den Prozess der Kandidatenauswahl überdenken. In der ersten Sendung bestand das Studio-Quizteam aus einer Gruppe von Lehrern (leider wurden keine Fächer genannt, bzw. ich bekam es nicht mit), welche der Überzeugung waren, dass Speisefett in Härtegrade unterteilt wird und nicht Wasser.  Soviel dazu.
  • Überdenkt die Dauer der Sendung. Eine Stunde für eine künstlich verlängerte Runde Quizduell ist zu lange und steht in direktem Konflikt mit der Grundidee der App ein schnelles kurzweiliges Quiz zu bieten.
  • Last but not least: Bitte macht weiter! Ich habe zum ersten Mal seit langem eine nicht angestaubte Sendung auf einem der Hauptsender der ÖR gesehen und das zu einer halbwegs vernünftigen Uhrzeit. Es würde mich wirklich interessieren wie die Sendung aussieht und welchen Unterhaltungswert sie hat, wenn alles so funktioniert wie geplant. (und ein paar Verbesserungen einfließen).

Aber vielleicht hätte ich mir diesen Text auch sparen können, denn nicht einmal Jörg Pilawa scheint zu wissen ob heute Abend nicht doch „Verbotene Liebe“ läuft.